Visegrád

Kurze Beschreibung
Die Stadt befindet sich neben der Hauptstraße 11, 43 km nördlich von Budapest entfernt. Auf der Straße kann sie mit Auto oder Autobus, auf der Donau mit Schiff erreicht werden. Die Ungarische Schiffahrt AG (MAHART) sorgt für fahrplanmäßige Fahrten und Sonderfahrten. Von Nagymaros fährt mindestens stündlich die Fähre.
Die ersten Spuren des menschlichen Daseins führen in Visegrád in die Neusteinzeit zurück. Die Gegend ist seit Ende der Bronzezeit bewohnt. Nach den Kelten niederließen sich hier die Römer und errichteten Anfang des IV. Jahrhunderts auf dem Sibrik-Hügel (nördlich der heutigen Siedlung, nahe zur Donau) ein Castrum namens Pons Navatus. Später besiedelten Slawen das Gebiet und nannten das Castrum Visegrád. Diese Bezeihnung übernahmen die Hunnen. Die erste lateinische Urkunde erwähnt die Burg und den Bezirk Visegrád im Jahre 1009.
Das heutige Burgsystem ließ Béla IV. um 1250 erbauen. 1323 verlegte Karl I. seine Residenz von Temesvár nach Visegrád. 1323 war die Stadt das Zentrum des Landes und 1335 der Schauplatz des berühmten Gipfels (Treffen von vier mitteleuropäischen Herrschern). Der Nachfolger von Karl I., Ludwig der Große verlegte zwar seinen Sitz eine Zeit lang nach Buda, aber er ließ die Stadt weiter ausbauen. Hier empfang er 1370 die Abgeordneten der polnischen Orden, die ihm die polnische Krone reichten. Der heutige Grundriß des Palastes entstand in der Zeit des Königs Sigismund.
Visegrád erlebte seine zweite Blütezeit während der Herrschaft von Matthias Corvinus, der die Burg prunkvoll erweitern ließ, den Palast der Sigismund-Epoche renovierte und bis 1408 in Visegrád residierte. In der Türkenzeit folgte nur noch Verwüstung: die häufigen Kriege richteten die einst blühende Stadt zugrunde. Nach der Vertreibung der Türken (1686) wurde die bereits verwüstete Burg vollständig zerstört. Die Ausgrabungen und die Rekonstruktion der Überreste begann 1870 und dauert mit Unterbrechungen bis heute.
Die Zitadelle ist der bekannteste Teil des Visegráder Burgsystems (Wasserbastei, Obere und Untere Burg), da das meistbesuchte Ausflugsziel auf dem Bergkegel von allen Richtungen sichtbar ist.
Die unregelmäßige Burg erreicht man beim östlichen, fünfeckigen Tor, hinter dem Parkplatz. Von hier aus kommt man zum äußeren Burghof (Panorama!), zum unteren Burghof und durch das massive, südliche Tor zum inneren Burghof. Einst wohnte auf dem unteren Hof der inneren Burg die Schlosswache.
Hier befand sich der Steinrand-Brunnen, der zur Freude der Wache sehr wasserreich war.
Die wichtigsten Gebäude des dreieckigen, oberen Hofes waren Folgende: auf der westlichen Seite der gotische Palast (seine schön geschnitzten Tür- und Fensterrahmen können heute noch besichtigt werden), auf der nördlichen Seite der von Matthias erbaute, zum größten Teil verwüstete Rittersaal und der am besten erhaltene nördliche Palast, sowie der östliche Palast auf der östlichen Seite, die Schatzkammer der Königinnen und die Kapelle. Bei der Verzweigung der nördlichen und östlichen Seite stand der Altturm (heute ist nur noch ein Wandteil davon erhalten), wo die königlichen Juwele und die Stephanskrone aufbewahrt wurden.
1440 spielte sich hier eine wahre Kriminalgeschichte ab, als die Mutter des später tragisch verstorbenen Ladislaus V. für seinen Sohn die Krone stehlen ließ und sie später zusammen mit der Stadt Sopron bei ihrem Onkel, dem deutschen Kaiser Friedrich III. verpfänden ließ.
Es gelang dem König Matthias erst 1463 die Krone zu einem hohen Preis von 80 Tausend Goldstücke zurückzugewinnen. Danach wurde die Krone bis 1529 wieder in Visegrád aufbewahrt.; dann besetzte Sultan Suleiman die Burg und schickte die Krone nach Buda, für den von ihm anerkannten König, János Szapolyai.
Nach Visegrád führt der Weg nicht nur entlang der Hauptstraße 11, sondern auch durch das Gebirge Pilis, durch wunderschöne Wälder aus Richtung Pilisszentlászló.
Wenn man von Richtung Budapest in die Stadt kommt, erreicht man nach Szentgyörgypuszta unter dem schönen Bogen des Stadttors den Hafen der Ungarischen Schiffahrt AG (MAHART), wo regelmäß Vergnügungsdampfer anlegen.
Auf der linken Seite der Straße sieht man das renovierte Renaissance Restaurant
(Inf./Tel.: 26 398 081, Fax: 26/397-820, E-Mail: renrest@visegradturs.hu).
Im Restaurant werden die Gäste von kostümierten Kellnern, mit zeitgenössischen Spezialitäten, serviert auf Kachel-Platten erwartet.
In der unmittelbaren Nachbarschaft des Restaurants, beim Salamonturm befindet sich das Hotel Vár
(Inf. Tel./Fax: 26/ 397-522; 397-572, E-Mail: varhotelvisegrad@axelero.hu), das seine Gäste mit 20 Zimmern (und Dusche), Restaurant und Drinkbar erwartet.
Wenn man weiterfährt, kommt man links, nach einer MOL-Tankstelle zum großen, zentralen Parkplatz der Stadt. Von hier aus kann man zu Fuß in die Hauptstraße spazieren oder zur Hafenstation kommen. Die Überfahrtstelle befindet sich gegenüber der Rév Straße, neben der Hauptstraße 11
(Inf.: Tel. 26 398 344, Fax: 597 065), man kann stündlich nach Nagymaros überfahren, aber nach Anspruck können längere Donaufahrten mit Schiffen für 70 oder 120 Personen organisiert werden.
Entlang des Ufers gibt es eine angenehme Promenade, die ausgezeichnet zur Erholung geeignet ist.
Wenn man entlang der Rév Straße in die Stadt einbiegt, gibt es gleich zwei Plätze, die einen zum Besuch invitieren. Links das beliebte Restaurant und Pension „Fekete Holló” (Inf.: Tel.26/398-160, Fax: 397-597, E-Mail: hotelvisegrad@visegradtours.hu), siralyrest@visegradturs.hu), das in seinem schönen, modernen, dennoch zur Umgebung passenden Gebäude mit niveauvoller Versorgung und geschmackvollen Speisen seine Gäste erwartet. Der Grillhof ist vor allem der beliebteste Treffpunkt der warmen Sommernächte.
In den kleinen Geschäften der Rév Straße kann man Souvenirs kaufen.
Bei der Kreuzung steht an der Ecke eine römisch-katholische Kirche aus dem XVIII. Jahrhundert in Spätbarokk-Stil. Neben der Kirche befindet sich in einem gepflegten Park die Statue der Heiligen Margarethe.
Wenn man weitergeht, kommt man zum interessanten Gebäude des Restaurants und Pizzeria Don Vito
(Inf.: Tel.26/397-230, Webseite: www.donvitovisegrad.hu), das die Stimmung der 20-er, 30-er Jahre nachahmt und mit seinen bunten Programmen bzw. seiner hervorragenden Küche bald zur Berühmtheit der Gegend geworden ist.
Das nächste Gebäude ist das Rathaus, der dank seiner frischen Renovierung perfekt zum Straßenbild passt. Über die berühmten Häuser und Bewohner der Hauptstraße berichten die historischen Tafeln. Ihr berühmtester Gebäudenkomplex ist der einstige Königspalast, das in der Zeit von Karl I., Ludwig dem Großen, Sigismund und Matthias Corvinus erbaut wurde. Im Schmuckhof des Matthias-Palastes floß während der Feiertage zur Verwunderung und Freude der Gäste Rot- und Weißwein vom prunkvollen Springbrunnen.
In der Türkenzeit wurde der Palast zerstört; im XVIII. Jahrhundert siedelten sich deutsche Familien an und verwendeten die Steine der Burg bei ihren Bauarbeiten. Nach dieser Zeit wurde der Palast nicht mehr erwähnt: als ob die übriggebliebenen Teile die Erde verschlungen hätte. Es ist Folgendes passiert: die Regenfälle verwischten den Boden des steilen Hangs, der die Übrigbleibsel vollständig zudeckte.
Obwohl man die Überreste bereits im XIX. Jahrhundert suchte, fand sie der Architekt, János Schulek (Sohn von Frigyes Schulek, Erbauer der Fischerbastei und der Matthias-Kirche) erst 1934. Er ließ im darauffolgenden Jahr die Ruinen der Kapelle ausgraben.
Seitdem werden hier regelmäßig Ausgrabungen aufgenommen.
Die bebaute Fläche betrug 600 m x 300 m (ca. ein Drittel davon ist aufgedeckt), und hatte im Hang stufenweise fünf Stockwerke.
Das Museum König Matthias (Mátyás király Múzeum) erzählt die Geschichte des Palastes und befindet sich neben dem Eingang des Gartens (Fő u. 29.) in einem Gebäude, das aus den Steinen des Palastes erbaut wurde.
(Öffnungszeit: V.1-X. 31. Dienstag-Sonntag 9-16.30; XI. 1-IV. 30. Dienstag-Sonntag 8-15.30).
Die berühmtesten Sehenswürdigkeiten des Museums sind: originale Teile und restauriertes Modell des Herkulesbrunnens aus rotem Marmor, das Modell des Löwenbrunnens (das Originale befindet sich im Salamonturm).
Wenn man in der Hauptstraße weiterspaziert, kommt man zum Haus Nr. 5. Artúr Görgey (1818-1916), der Leiter des Freiheitskampfes 1848/49 lebte in seinen letzten 30 Jahren in vollständiger Zurückgezogenheit hier und starb in diesem Haus.
Am Ende der Straße steht auf einem kleinen Platz die bronzene Büste von König Matthias, ein Werk von János Fadrusz, das eine Kopie des berühmten, 1903 angefertigten Matthias Denkmals in Kolozsvár ist.
Rechts, entlang der Salamonturm-Straße kommt man zum Wohnturm der Unteren Burg, der den Namen Salamonturm auf Grund einer falschen Überlieferung erhielt, denn Salamon wurde nicht hier, sondern auf dem Sibrik-Hügel gefangengehalten.
Der 31 m hohe, fünfstöckige Wohnturm war mit seinen 3,5-8 m dicken Mauern das massivste Gebäude des Landes. Als frühester Teil der Befestigungsanlage diente er zur Überwachung des Weges, der das Tor des Turmes durchquerte.
In seinen fünf Stockwerken waren Wohnzimmer, Küchen und Lagerräume (manchmal Gefängnis) eingerichtet. Das Gebäude dient zur Zeit als Museum, wo u. a. die wertvollsten Funde des Palastes (z.B. das erwähnte Löwenbrunnen) besichtigt werden können.
Wenn man entlang der Salamonstraße zum Ufer zurückgeht und nach rechts weitergeht, kommt man nach ein paar Metern zu den Überresten eines viereckigen Turmes.
Das ist das Rondell, oder die Wasserbastei. Sie war der unterste Teil der Burg, ist also genauso alt, wie die anderen Teile des Burgsystems. Von hier aus beobachtete man den Schiffverkehr und versorgte mit Hilfe von Hebezeugen die Untere Burg mit Wasser.
Die obere Hälfte des mehrstöckigen Gebäudes ging zugrunde, seine heutige Form schuf János Schulek in den 1930-er Jahren. Auf seiner Treppe sieht man die Statue des Burg-Erbauers, Béla IV. und an den Eisengeländern die Wappen der Arpaden-, Anjou-, Luxemburg- und Hunyadi Familien.
Eine im XIII. Jahrhundert erbaute Wehrmauer verbindet das Rondell mit der Unteren Burg und die Untere Burg mit der Oberen Burg, die heute noch existiert. Das Tor aber, wo die Straße nach Budapest führt, wurde um 1820 in die Mauer geschlagen. Der alte Weg führte durch die Untere Burg, neben dem Salamonturm, durch den im XIII. Jahrhundert erbauten, nördlichen Turm. Heute kommen wir von hier aus zur nördlichen Strecke der Panoráma Straße, von dort aus (ca. 300 m) zum Sibrik-Hügel.
Wenn man bei der Kreuzung neben der Kirche rechts einbiegt (also in Richtung Esztergom), kommt man in eine stimmungsvolle Gasse des Städtchens.
Hier können einem zwei Reisebüros (Bauer Reisen – Reisebüro, Fő u. 46. Tel.: 26/397-127, Webseite: www.bauerreisen.hu und Hungaro Reisen - Reisebüro und Jagdorganisation, Fő u. 68. Tel.: 26/398-112, Webseite: www.hungaroreisen.hu) behilflich sein, aber man kann hier auch Geschenke kaufen.
Entlang der kleinen Promenade, neben dem schönen Bach „Apátkút” kann man ins Gebirge Visegrád spazieren.
In der Hauptstraße befindet sich das Hotel und Pension Honti (Inf.: Tel.: 26/398-120, Fax:26/397-274, E-Mail: honti@ohb.hu), das mit seiner ruhigen, romantischen Umgebung, seinen angenehmen Zimmern und seiner Küche mit Recht beliebt ist. Beim Hotel-Eingang von der Seite der Hauptstraße 11 befindet sich das Camping „Autós”.
Wenn man von der Kirche geradeaus weitergeht, kommt man in die schön gepflegte Mátyás király Straße. Die „Gulyás Csárda” (Inf.: Tel./Fax: 26/398-329) erwartet ihre Gäste mit Geranien im Hof und in den Fenstern. Man kann neben einem schönen Park mit Springbrunnen geradeaus weiterspazieren oder in die Széchenyi Straße einbiegen, wo das Kulturhaus und die Bibliothek ihre Leser in einer alten Kurie erwartet. In ihren Räumen werden periodisch Ausstellungen organisiert.
Entlang der Mátyás király Straße kommt man neben der Zentrale der Pilis Parkwald AG (Pilisi Parkerdő Rt.) zu einer mit Raststätten ausgestatteten Kreuzung, wo es zwei erwähnenswerte Gebäude gibt.
Das herrliche „Patak Fogadó” in der Kurve, Richtung Stadt
(Inf.: Tel. 26/397-486, Fax 26/397-102, E-Mail: patakfogado@dunainfo.net) und in Richtung Wald, über die Holzbrücke kommt man zum schönen Gebäude der Wald-Schule.
Wenn man auf diesem Weg weitergeht, hat man Möglichkeit zum Spazieren und Wandern im Wald. Nach dem Wasserfall „Ördögmalom” und der Quelle „Magda” erreicht man auf der Wiese „Telgárthy” eine Raststätte und den Miklós Bertényi Botanischen Garten.
Links von der Kreuzung geht es zum „Nagy-Villám”. Auf dem Schwarzberg (Fekete-hegy) findet man in 325 m Höhe das Hotel Silvanus****
(Inf.: Tel. 26/398-311, 597-511, Fax: 26/597-516, E-Mail: marketing@hotelsilvanus.hu), das mit 106 Zimmern und herrlichem Panorama, Konferenzzentrum, Wellness, Squash komplette Erholung bietet und die Anhänger der Gastronomie mit Spezialitäten der ungarischen und internationalen Küche verwöhnt.
Das Vergnügungszentrum „Nagy-Villám” bietet abwechlungsreiche Programme zur aktiven Erholung: Chanopy-, Bob-, Minigolf- und Ski-Platz.
Der Ausflugsort auf dem Nussberg (Mogyoróhegy) ist unter Naturfreunden, die frische Luft mögen, ebenso beliebt. wie die Wald-Schule des Donauknies (Dunakanyar Erdei Iskola) und das Jurten-Camping.
Der modernste Schatz von Visegrád ist das Thermal- und Mineralwasser, das mit Hilfe der Brunnen im Lepence-Tal aus einer Tiefe von 1400 km hervorquellt. Das Thermalwasser hat eine Wassertemperatur von 39 ˚C und versorgt den Strand von Lepence.
Der Strand entstand an dem Ort, wo der Bach Lepence die Donau erreicht und wurde 1977 eröffnet. Von den Terrassen des Bades gibt es ein herrliches Panorama auf die Dömöser Strecke des Donauknies.
2003 wurde das schönste und niveauvollste Hotel des Donauknies, das Thermal Hotel Visegrád eröffnet. Das Thermal-, Wellness- und Konferenzhotel erwartet seine Gäste mit 174 Zimmern, Restaurant, Unterhaltung, Heilkunde, Fittness, Wellness und Spa. (Inf.: Tel.: 26/801-900, Fax: 26/801-914, Webseite: www.thv.hu, E-Mail: info@thv.hu).
Visegrád: Hafen, Auto-Fähre, Post, Arzt, Apotheke, Restaurant, Hotel, Pension, Camping, Jurtenlager, Jagdhaus Lepence: Warmwasser-Strand


















